Wer steckt eigentlich hinter Autor Oknov?
Tja, wer ist eigentlich dieser Oknov?
Ganz einfach: Ich bin Sven. Jahrgang 1985, aufgewachsen in einem winzigen Dorf in der Eifel und lebe heute mit meinem Mann in Saarbrücken.
Ich bin Bestatter, schwul und schreibe erotische Liebesromane zwischen Männern.
Ja, richtig gelesen. Ein Bestatter, der schwule Erotikromane schreibt. Willkommen in meinem Leben!
Ansonsten bin ich eigentlich ein ziemlich normaler Kerl. Ich liebe Schokolade, höre gerne Musik und genieße auch mal meine Ruhe.
Wenn du mich zum ersten Mal kennenlernst, bin ich meistens eher zurückhaltend. Manche halten mich deshalb für schüchtern. Aber dieser Eindruck hält meistens nicht lange. Sobald ich mich wohlfühle, kommt meine große Klappe zum Vorschein.
Ich bin direkt, sage meine Meinung und kann auch wunderbar über mich selbst lachen. Ich nehme mich nämlich längst nicht so wichtig, wie manche vielleicht glauben.
Und was andere über meinen Körper oder mein Aussehen denken? Ganz ehrlich, das geht mir ziemlich am Arsch vorbei.
Und mein Beruf? Der gehört genauso zu mir wie meine große Klappe. Bestatter bin ich schließlich nicht nur von morgens bis abends. Das ist ein Beruf, den ich nicht einfach anziehe und nach Feierabend wieder ablege.
Ich begegne Menschen in Momenten, in denen ihre Welt gerade vollkommen aus den Fugen geraten ist. Ich erlebe Trauer, Verzweiflung, Liebe, Wut und manchmal auch Situationen, in denen man trotz allem lachen muss.
Vor allem aber begegnen mir ganz unterschiedliche Menschen und ihre Schicksale.
Und wenn ein Mensch vor mir im Sarg liegt, interessiert es nicht mehr, ob er einen Sixpack hatte. Ob er dick oder dünn war. Ob er schwul, hetero oder trans war. Ob er reich war, welchen Beruf er hatte oder ob andere ihn einmal attraktiv fanden.
Am Ende liegt dort ein Mensch.
Ein Mensch, der gelebt, geliebt, gelacht und vielleicht auch verdammt viel Scheiße erlebt hat. Ein Mensch mit einer Geschichte, von der Außenstehende meistens nur einen winzigen Bruchteil kennen.
Mein Beruf hat meine Haltung nicht erschaffen. Aber er erinnert mich jeden Tag daran, wie kurz und endgültig dieses Leben sein kann.
Als Bestatter begleite ich Menschen am Ende ihres Lebens. Als Autor erzähle ich von Menschen, die noch mittendrin stecken.
Zwei völlig unterschiedliche Tätigkeiten. Aber dahinter steckt derselbe Sven.
Und woher kommt dieser komische Name OKNOV?
Dahinter steckt ausnahmsweise mal keine verrückte Idee, sondern eine ziemlich persönliche Geschichte.
Im Oktober 2014 lernte ich meinen Mann über eine Dating-App kennen.
Und nein, wir haben damals nicht nach der großen Liebe gesucht. Eigentlich wollten wir nur Sex.
Hat hervorragend funktioniert!
So hervorragend, dass wir im November 2014 bereits verlobt waren und heute noch zusammen sind.
Geheiratet haben wir übrigens bis heute nicht. Wir leben ganz hervorragend in wilder Ehe.
Aus diesen beiden Monaten entstand irgendwann mein Künstlername.
OK steht für Oktober, den Monat unseres Kennenlernens.
NOV steht für November, den Monat unserer Verlobung.
Zusammen ergibt das OKNOV.
Mein Künstlername ist also eigentlich eine Liebeserklärung an meinen Mann.
Und das Beste daran? Er ist heute auch mein Lektor. Er liest meine Geschichten, diskutiert mit mir über Figuren und Handlungen und unterstützt mich bei diesem ganzen Bücherwahnsinn.
Ohne ihn wäre vieles davon wahrscheinlich überhaupt nicht möglich.
Aber wie zum Teufel bin ich eigentlich zum Schreiben gekommen?
Angefangen hat der ganze Wahnsinn mit einer sehr guten Freundin.
Die erzählte mir eines Tages ganz selbstverständlich, dass sie mithilfe von künstlicher Intelligenz ein Buch schreiben wollte.
Meine Reaktion?
„Mit was für einem Ding?“
Ja, lacht ruhig! Ich hatte damals von KI absolut keinen blassen Schimmer.
Also habe ich mich damit beschäftigt, herumprobiert und ziemlich schnell festgestellt:
Scheiße, das ist ja ein verdammt interessantes Werkzeug!
Denn eines hatte ich schon immer: einen Kopf voller verrückter Ideen.
Das Problem war nur, dass diese Ideen meistens völlig ungeordnet in meinem Schädel herumschwirrten. Kaum hatte ich einen Gedanken gefasst, kamen schon die nächsten drei um die Ecke.
Und plötzlich hatte ich ein Werkzeug gefunden, das mir helfen konnte, dieses Chaos zu sortieren.
Ich konnte Gedanken festhalten, Möglichkeiten durchspielen, Figuren entwickeln und aus einem wilden Durcheinander langsam etwas machen, das tatsächlich eine Geschichte werden konnte.
Was daraus werden würde, wusste ich damals selbst noch nicht.
Aber irgendwann war da nicht mehr nur eine Idee. Da waren Menschen mit Gefühlen, Geheimnissen, Sehnsüchten und einer Vergangenheit.
Aus einer Spielerei wurde eine Geschichte. Und 2025 erschien mein erster Roman.
Tja, und plötzlich war ich nicht mehr nur Bestatter, sondern auch noch Autor.
Das war so eigentlich nie geplant.
Warum ausgerechnet schwule Erotikromane?

Mal ehrlich, warum denn nicht?
Ich bin selbst schwul, liebe Sex und stehe total auf schlanke, attraktive Männer. Ja, dazu stehe ich auch!
Aber diskriminiere ich deshalb andere Menschen?
Nein! Warum auch?
Ich habe meinen persönlichen Geschmack, wie jeder andere Mensch auch. Nur weil ich jemanden nicht geil finde, muss ich ihn doch nicht gleich wie einen Menschen zweiter Klasse behandeln.
Und genau hier sind wir bei etwas, das mich schon lange beschäftigt.
Die verdammte Doppelmoral, die ich teilweise innerhalb unserer eigenen queeren Community erlebe.
Nach außen fordern wir Toleranz, Respekt und Akzeptanz. Wir wollen so akzeptiert werden, wie wir sind.
Und das vollkommen zu Recht!
Aber wehe, jemand ist zu dick oder zu dünn, zu alt oder zu jung, zu feminin oder nicht feminin genug, zu behaart oder zu glatt, hat zu wenig Muskeln oder passt einfach nicht ins perfekte Schönheitsideal.
Doch damit hört der ganze Scheiß noch lange nicht auf!
Bisexuell? Trans? Eine Behinderung? HIV? Für manche reicht schon eines davon, um einen Menschen in die nächste Schublade zu stecken.
Dann wird innerhalb der eigenen Reihen plötzlich genauso aussortiert, belächelt und abgewertet.
Natürlich sind nicht alle so. Aber diese Widersprüche begegnen mir oft genug, dass ich mich darüber aufrege.
Wir wollen akzeptiert werden, aber bekommen es teilweise selbst nicht auf die Reihe, andere zu akzeptieren. Wie bescheuert ist das denn bitte?
Und genau solche Dinge beschäftigen mich auch beim Schreiben.
Meine Figuren sind keine perfekten Traumprinzen. Sie dürfen lieben, vögeln, lügen, betrügen, Fehler machen und sich manchmal wie die letzten Arschlöcher benehmen.
Ich muss ihre Entscheidungen nicht immer gut finden. Manchmal würde ich ihnen am liebsten selbst eine scheuern.
Aber ich möchte wissen, warum sie so handeln.
Was haben sie erlebt? Was verheimlichen sie? Wonach sehnen sie sich? Und was steckt hinter der Fassade, die sie anderen zeigen?
Gerade Erotik finde ich dafür besonders spannend.
Denn kaum irgendwo beurteilen wir Menschen so schnell nach ihrem Äußeren wie bei Sex und Begehren.
Ein Blick auf ein Foto und schon ist die Entscheidung gefallen: geil oder nicht geil.
Dabei kennen wir den Menschen dahinter überhaupt nicht.
Zieh ihnen die Fassade aus und du siehst den Menschen.
Genau dieser Gedanke begleitet mich beim Schreiben.
Ich möchte Geschichten erzählen, die unterhalten, berühren, zum Lachen bringen und auch sexuell ordentlich zur Sache gehen dürfen.
Aber wenn jemand nach dem letzten Kapitel sein Buch zuklappt, möchte ich, dass mehr hängen bleibt als eine geile Sexszene.
Vielleicht eine Figur, die ihm ans Herz gewachsen ist. Eine Entscheidung, über die er sich fürchterlich aufgeregt hat. Oder eine Sichtweise, die er vorher überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
Ich will meine Leser nicht erziehen. Ich bin schließlich selbst kein verdammter Heiliger.
Aber wenn ich es schaffe, dass jemand durch meine Geschichten einen anderen Menschen plötzlich mit anderen Augen sieht, dann habe ich verdammt viel erreicht.
Und wie geht es jetzt weiter?

Keine Ahnung, was die Zukunft alles bringt. Und ganz ehrlich?
Das macht die Sache doch erst interessant.
Was 2025 mit meinem ersten Roman angefangen hat, ist längst mehr als eine einmalige verrückte Idee geworden.
Ich habe noch jede Menge Geschichten im Kopf. Menschen, die ich erschaffen möchte. Themen, die mich beschäftigen. Und wahrscheinlich noch einige Figuren, bei denen ich mich irgendwann frage, was zum Teufel ich mir da eigentlich ausgedacht habe.
Natürlich träume ich davon, irgendwann vom Schreiben leben zu können.
Aber ich will nicht berühmt werden, nur damit mein Name irgendwo groß auf einem Plakat steht.
Ich möchte, dass meine Bücher gelesen werden. Dass Menschen über meine Geschichten reden, sich über meine Figuren aufregen, mit ihnen lachen, weinen und vielleicht auch ihre eigenen Gedanken hinterfragen.
Und solange mir noch Geschichten einfallen, werde ich wohl weiterschreiben.
Denn eines weiß ich ganz sicher: Ich bin noch lange nicht fertig.
Ehrlich. Direkt. Ungefiltert.
