GESTERN WURDE GEWÄHLT.
HEUTE BLEIBT EINE FRAGE.
Berlin. Mecklenburg-Vorpommern.
Unterschiedliche Ergebnisse. Unterschiedliche politische Richtungen. Millionen abgegebene Stimmen.
Das ist Demokratie.
Aber Demokratie bedeutet für mich nicht, dass eine Mehrheit darüber bestimmt, wer als Mensch akzeptiert werden darf.
Du darfst über Politik streiten.
Über Gesetze.
Über Steuern.
Über Migration.
Über Klima.
Über nahezu alles.
Aber die Würde eines Menschen ist keine politische Verhandlungsmasse.
Ob schwul. Lesbisch. Bi. Trans. Queer.
Ob behindert. Alt. Dick. Arm. Ausländisch.
Oder einfach anders als das, was irgendjemand für „normal“ hält.
Menschenrechte sind kein Beliebtheitswettbewerb.
Und nein, du musst nicht jeden Menschen mögen.
Du musst nicht jede Lebensweise verstehen.
Du musst auch nicht meiner Meinung sein.
Aber zwischen „Ich sehe das anders“ und „Du sollst so nicht existieren“ liegt eine verdammt wichtige Grenze.
Das Grundgesetz beginnt nicht ohne Grund mit der Menschenwürde. Artikel 1 erklärt sie für unantastbar, Artikel 3 stellt die Gleichheit vor dem Gesetz fest.
Darum bleibt für mich nach diesem Wahlsonntag eine Frage:
SEIT WANN BESTIMMT DIE MEHRHEIT, WER MENSCH SEIN DARF?
Autor Oknov
Ehrlich. Direkt. Ungefiltert.
